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Radtour zum Ökotop mit dem Eifelverein Neuss am 1. Juni 2019

Bei sommerlicher Temperatur radelten 6 Frauen und zwei Männer unter Leitung von Wanderführerin Helga Peppekus und Wanderführer Detlev Schäkel durch verschiedene Grünzüge von Neuss zum Oberkasseler Bahnhof.
Wie man das schafft ?
Man steigt ein ins Heerdter Ökotop, ganz versteckt am Beginn der Straße Böhlerweg/ Neusser Straße direkt neben der B7 bzw. A 52 und ist schon mitten im Paradies.

Das Fahrrad schiebend, ging die kleine Gruppe von Infotafel zu Infotafel und erfuhr so eine Menge über den Sinn und Zweck dieser seit 1986 bestehenden Anlage. Umweltbewusste Heerdter Bürger haben verhindert, dass dieser ehemals als Erweiterungsfläche für den Friedhof ausgewiesene Grünzug nicht zum Industriegebiet geworden ist. Es handelt sich also hier um ein ganzheitliches ökologisches und soziales Modell-Projekt zum Leben in der Stadt, das von Bürgern in ehrenamtlicher Arbeit konzipiert worden ist, also Kultur von unten !
Es gibt hier 60 Mietgärten, eine Begegnungsstätte, einen Naturerlebnisbereich, eine ökologische Siedlung, ein ökologisches Zentrum und Biogärten. Vorbei an der großen Festwiese – vom Feiern versteht man hier eine Menge ! – konnte man schon die Ökostation sehen, die – wie jeden ersten Samstag im Monat – als Cafe dient. Hier ließen wir uns fröhlich nieder und probierten bei leckerem Kaffee und Tee von den selbstgemachten köstlichen Torten.

Einer der Radlertruppe kannte Kurt Haynberg, der zum Kreis der Gründer des Ökotops gehört und uns gerne die Besonderheiten rund um die Station zeigte, wie z. B. die Baumelbank, die Sonnenuhr, die Hochbeete und vieles mehr.
Unsere Fragen zum Ökotop beantwortete Kurt sehr gern, so dass wir mit viel neuem Wissen und sogar noch Kuchen für zu Hause zum nächsten Grünzug fahren konnten.

Dazu brauchten wir nur die Krefelder Straße zu überqueren, fuhren am alten Friedhof entlang einen sehr schönen Weg durch den Heerdter Hofgarten bis zur Schießstraße. Nach der Überquerung ein nächster Grünzug, und zwar entlang am Albertussee. Auch hier hat eine Heerdter Initiative dafür gesorgt, dass eine Kiesgrube nicht einfach mit Bauschutt zugekippt sondern vom bereits 1955 gegründeten Angelsport-
verein ausgebaut werden durfte. Die Pflege der Fauna und Flora steht hier im Vordergrund der 4 Hektar großen Wasserfläche.
Es wird aus dem See nur so viel geangelt, was man selbst verzehren kann, alles andere landet wieder im See. Das 4,5 m tiefe Wasser (je nach Pegel des Rheins) teilen sich Karpfen, Rotaugen, Rotfedern, Hechte, Schleie und sogar Aale.
Seinen Namen hat der See dadurch bekommen, dass der letzte Direktor der Kiesbaufirma Albert hieß und Freund und Mäzen des Angelsportvereins war.

Die Überquerung des Heerdter Lohwegs führte uns geradewegs durch einen kleinen Grünzug zum Vodafone-Campus mit seinem 19 Stockwerk hohen Büroturm.
Hier kam nun nach so viel Natur die Architektur zum Zuge.
Auf dem Gelände der Privatbrauerei Gatzweiler wurde dieser Komplex von 2010 bis 2012 errichtet und hält bis zu 5.000 Arbeitsplätze vor. Gläserne Fassaden und Aluminiumelemente herrschen hier vor; der Innenhof mit Pflanzen und Wasserspielen bietet eine hohe Aufenthaltsqualität.
Leider war eine Turmbesteigung nicht möglich, da niemand von uns Betriebsangehöriger war.
Zu bestaunen war auch die Straßenführung rund um den Vodafone-Campus. Die Schanzenstraße mit anfangs neuen Wohnhäusern im Bauhausstil bot im alten Bereich schöne Wohnhäuser im Stil der Jahrhundertwende.

Wenn man außer Natur und Architektur auch noch Kunst dabei haben will, kann man die Galerie Stoschek im modernen Teil der Schanzenstraße besuchen.
Zum Ausklang unserer Radtour kehrten wir im Alten Ober-Kasseler Bahnhof ein, wo wir erfrischendes Gulasch-Alt probieren konnten.

Hier endete unsere erlebnisreiche Fahrradtour mit einer fröhlichen, homogenen Gruppe.

Text von Helga Peppekus
Bilder von Detlev Schäkel