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Leichte Wanderung im Grafenberger Wald am Sonntag, 8. August 2021
Damit die Wandergruppe an diesem Wochenende doch nicht zu Hause bleiben musste, denn zwei Wanderungen mussten krankheitsbedingt abgesagt werden, bot Helga Peppekus, eigentlich für Radtouren zuständig, diese Tour als kleinen Trost an.
Mit der Linie 709 ging es für 14 Teilnehmer kurz nach 13 h ab Hauptbahnhof erst quer durch Neuss und dann über den Rhein quer durch Düsseldorf bis Staufenplatz in Grafenberg.

Am Einstieg in den Grafenberger Wald besahen wir uns aber erst den Jan Wellem-Brunnen: Auf einem Flyer konnten wir dann lesen, dass Kurfürst Johann Wilhelm II (Jan Wellem genannt) schon seit 1702 einen eigenen Brunnen mit Grotte im Grafenberger Wald besessen hat. 1815 wurde die Anlage umgestaltet und der erste preußische Volkspark angelegt. Seit 2000 wird das historische Brunnendenkmal schrittweise originalgetreu instand gesetzt und erhalten.
Gemächlichen Schrittes wählten wir von hier aus den Serpentinenweg zum Aufstieg und fühlten uns in diesem schönen alten Wald so richtig wohl. Auf der Höhe angekommen eine kleine Verschnaufpause an einer Hütte und dann ein Stück weiter am großen Kinderspielplatz und dem Eingang zum Wildpark vorbei, ging es dann in großem Bogen wieder langsam abwärts. Den Abzweig zur Wolfsschlucht hatten wir zwar verpasst, doch was wir dann sahen, war mehr als Ersatz: Eine sehr rustikale Treppe führte hinunter, daneben aber eine lange Kinderrutsche, wie man sie in Schwimmbädern finden kann, also geschlossen wie eine lange Tonne. Das war natürlich nichts für unsere Altersgruppe, doch auch die Treppe verlangte von uns nicht mehr ganz so jungen Leuten volle Konzentration, denn die Stufen waren ganz einfache und unbehandelte dicke Äste. Zu unserer großen Freude erspähten wir dann einen langen Tisch mit Bänken, an dem wir tatsächlich alle Platz nehmen konnten. Diesen schönen Platz genossen wir für eine Pause. Am Himmel zeigte sich dann aber eine ziem-lich düstere Wolke, als wir zur letzten Etappe aufbrachen . Durch den dichten Wald merkten wir nicht sofort, dass es schon angefangen hatte zu regnen. Es lohnte sich aber kaum, den Regenschirm aufzuspannen. Wir verließen den Wald wieder dort, wo wir ihn betreten hatten und gingen schnurstracks über den Staufenplatz zur anvisierten Eisdiele. Dass hier für insgesamt 15 Personen nicht genug Platz war, haben wir selbst gesehen, drum gingen weiter bis zur übernächsten Querstraße zur Kirche St. Ursula. Diese Pfarrkirche wurde ur-sprünglich 1912 von Josef Kleesattel im neuromanischen Stil errichtet. Nach fast vollständiger Zerstörung im 2. Weltkrieg wurde dem stehengebliebenen Turm ein modernes, doch das alte Vorbild zitierendes Kirchengebäude angefügt. Entworfen wurde der Neubau von Wolfram Borgard und Fritz Volmer im Jahr 1953. Besonders beeindruckend war das sich von der Decke bis zum Boden erstreckende in hellen Gelbtönen gehaltene Glasfenster über ca. 8 m Breite, was den Chor sehr schön erhellte. Auch der Glasbilderfries direkt unter-halb der Flachdecke aus Holz und das Rosettenfenster über dem Portal wirkten sehr harmonisch. Die Fenster kamen voll zur Geltung, weil die Inneneinrichtung schlicht und nicht überladen war. Leider konnten wir über die Glaskünstler keine Informationen finden. An schmucken Jahrhundertwende-Wohnhäusern ging es dann ein kurzes Stück an der Düssel entlang zum modernen Restaurant in der Nähe der Metro. Hier war zwar auf der Terrasse kein Platz für eine so große Gruppe, aber im großen Innenbereich wurden bereitwillig noch Tische zusammengestellt, damit wir uns nicht allzu sehr verteilen mussten. Eine Schlusseinkehr, wie man sie sich nur wünschen konnte, denn entlang der meterhohen Fensterfronten befanden sich unzählige Kaffeemaschinen aus aller Welt. Zur Haltestelle war es dann nur noch ein Katzensprung, und wir machten wieder eine schöne Stadtrundfahrt, aber in umgekehrter Richtung.
Ein schöner Nachmittag mit netten Wanderinnen und zwei Wanderern ging zu Ende.

Text von Helga Peppekus
Bilder von PG

Weitere Bilder von Gaby Engelmann:


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