
Pünktlich um 18 Uhr starten wir auf ins Dunkel. Noch haben wir natürliches Licht, welches uns aber nicht stört. Denn wir müssen ja eh erst mal raus aus der Stadt, mit seinen Lichtquellen aus Straßenlampen, Schaufensterbeleuchtung und blendenden Autoscheinwerfern. Als wir zum Groov‘schen Loch abbiegen, ist es so dunkel, das wir mit unseren Stirnlampen den schmalen Weg ausleuchten müssen. Die Bewohner des wechselfeuchten Biotops einer ehemaligen Tongrube verkünden lautstark ihren Unmut über unser Kommen. Wir schalten unsere Lampen aus und bewundern im seichten Schein des Lichtsmogs die Umgebung.
Heute lasse ich alle Teilnehmenden ihren Tastsinn an verschiedenen Baumborken erforschen. Hier im Wäldchen wachsen viele Robinien, welche eine wirklich schartige Borke aufweisen. Und im Vergleich der zuvor ertasteten Borke der Platane einen starken Kontrast erspüren läßt. Entlang der Obererft schalten wir noch einmal alle Lichter aus und legen ein Stück des Weges schweigend zurück. Dies schärft die Sinne, und wir staunen, was unsere Augen trotzdem noch erfassen. An der Kastanienallee entlang des Nixhütter Weges wartet noch einmal der Fotograf der NGZ auf uns. Er möchte hier noch ein Foto unsere Gruppe im Dunkeln machen. Ein Mitarbeiterin der Zeitung wandert mit, um ihren Bericht so lebendig wie möglich verfassen zu können. Auch im Selikumer Park herrscht viel Dunkelheit und vor allem Ruhe! Da der Hörsinn unser zweit stärkster Sinn ist, fällt dies besonders stark auf. Mit vielen schönen, überraschenden und staunenden Eindrücken erreichen wir drei Stunden später wieder den Markt in Neuss. Zu dritt genießen wir noch ein Bierchen im Vogthaus.:) Vielen Dank an alle Mitwanderer, fürˋs Stillsein, fürˋs Zuhören und dabei sein.
Wanderbericht (27.02.2026) und Bilder von Anja Progl und Archiv
Zum NGZ-Bericht von Ute Böhm vom 02.03.2026