Mit Harald auf dem Mühlenweg

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Der Bus aus Mönchengladbach setzte zehn Wanderer pünktlich an der Haltestelle bei der historischen Lüttelforster Mühle in der Gemeinde Schwalmtal ab. Das Wasserrad treibt ein Mahlwerk an, das heute die Gaststube ziert. Die Mühle liegt als eine von vielen historischen Wassermühlen im „Tal der Mühlen“ an der Schwalm. Sie wurde 1456 erbaut, das sichtbare Gebäude entstand im 18. Jahrhundert. Sie mahlte Getreide und Ölsaaten bis ins Jahr 1954, heute ist sie Hotel und Gaststätte.

Bei leichtem Nieselregen, der vom Wetterbericht gar nicht vorgesehen war, spazierten wir auf schmalen Pfaden an der Schwalm entlang los. Bei der Pannenmühle, einst mit Zollhaus auf der Grenze zwischen den Herzogtumen Geldern und Jülich gelegen, jetzt in der Gemeinde Niederkrüchten, verlassen wir das Flusstal und gehen über eine Anhöhe in das ausgedehnte Waldgebiet Schomm. Die Anhöhe markiert eine Geländekante parallel zur Schwalm, an der bis vor Kurzem Lehm, Sand und Kies abgebaut wurden. Danach war da Platz für eine Mülldeponie des Kreises Viersen – natürlich längst nicht mehr in Betrieb. Aber sie gärt immer noch. Entlang der Kante wandern wir kilometerweit durch herrlichen Hochwald mit gelegentlich weiten Blicken über die Felder.

Zeitweise kommt jetzt die Sonne durch, von der wir aber nicht viel sehen. Denn durch dichter werdenden Wald auf verschlungenen, weichen Waldpfaden nähern wir uns der Bruchlandschaft der Schwalm. Der Fluss breitet sich hier ungehindert in den sumpfigen Auen aus. Bald erreichen wir die Molzmühle aus dem Jahr 1397 in der Gemeinde Wegberg mit ihrem imposanten hölzernen Mühlrad. Das Cafe-Restaurant mit Biergarten hat nur Sonntags geöffnet. Das Hotel immer. Im urigen Innern drehen sich zwei große Mühlsteine im historischen Mahlwerk.

Etwas vorsichtig gehen wir auf der wenig befahrenen Straße durch den Wegberger Ortsteil Schwaam. Alte Fachwerkgehöfte, oft mit Reetdächern, das älteste ist Haus Geerken von 1616, ziehen unsere Blicke auf sich. Zwei Einkehrmöglichkeiten haben nur an Wochenenden offen, wochentags kann man auf einen Bauernladen mit Automat zurückgreifen.

Hinter dem Dorf geht es wieder in den Wald und in die beeindruckende Bruchlandschaft entlang der Schwalm. Ab der Brücke wandern wir unmittelbar am Flüsschen entlang und sind von der besonderen Vegetation der Flussniederung eng umgeben. Rechts tauchen jenseits des Flusses die Häuser von Lüttelforst auf, einem alten Waldhufendorf. Schließlich erblicken wir das Bauerncafé Bolten, zu dem wir über eine Brücke streben. Die Kuchen sind bemerkenswert. Die Einkehr geriet etwas kurz, weil wir die in 900 Meter Entfernung gelegene Bushaltestelle an der Lüttelforster Mühle wieder erreichen wollten. Auf dem schmalen Pfad unmittelbar entlang der Schwalm zeigte die Natur noch einmal ihr Bestes.

Wanderbericht (12.06.2026) von Harald Becker

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