Das Wetter hätte nicht idealer sein können:

nicht zu warm, nicht zu kalt, heiter bis wolkig. Da haben sich wohl einige von den angekündigten 25 km Länge der Wanderung abschrecken lassen. Das war ein Druckfehler. Und so machten sich nur die beiden Wanderführer (Dagmar und Robert) - mit 2 Wanderwilligen (Gisela und Barbara) auf den Weg. Per Bahn ging es erst mal von Neuss nach Hagen (der Endstation dieses Zuges) und dann weiter nach Witten. Der Zug war ziemlich leer und die Unterhaltung der 4 angeregt.  Wohl etwas zu angeregt.

Denn als nach einem Stopp der Zug in die Gegenrichtung startete, war allen klar, dass sie den Ausstieg in Hagen verpasst hatten. Glücklicherweise war dieses Malheur, welches doch hätte richtig viel Zeit kosten können, nicht so dramatisch, denn von der nächsten Station fuhr 5 Minuten später wieder ein Zug Richtung Hagen, der sogar dann weiter nach Witten ging. Glück gehabt!

Am Bahnhof Witten mussten sich alle nach diesem Schreck erst einmal mit etwas Süßem (Kuchen) verwöhnen, denn für einen Schnaps war es schließlich noch zu früh. Und dann ging es los. Die Wanderung war wunderschön. Herrliche Buchenwälder wechselten sich ab mit Wiesen, ab und zu ein Blick auf die Ruhr, die meistens nicht als Flüsschen daher kam, sondern sich zu einem regelrechten See verbreiterte. Die Anstiege nie zu lang und zu steil, entsprechend auch die Abstiege. Immerhin insgesamt fast 600 Höhenmeter und 18 km, die wir geschafft haben. Dass wir dazu mehr als 8 Stunden gebraucht haben, lag an den ausgiebigen Pausen, die wir uns gegönnt haben. Diese Pausen war keineswegs nur Ruhepausen. So hat uns z. B. ein Bewohner von Gut Schede etwas über die jüngste Vergangenheit dieses Anwesens erzählt. Dieser Betrieb hat bis 1998 die ganze Gegend mit Vorzugsmilch versorgt. Und dann kam eine neue EU-Richtlinie, die diesen Betrieb in den Ruin gezwungen hat. Die Auflagen waren nicht zu erfüllen und 49 Kühe und 23 Mitarbeiter wurden arbeitslos. Dieses herrliche Anwesen ist trotzdem noch immer ein Magnet für Besucher und man bewundert die schönen Gebäude und feiert auch gerne dort z. B. eine Taufe.
Zum Schluss war die Frage: Besuch einer Eisdiele oder noch 8 km bis Wetter? Wir haben uns für die Eisdiele entschieden! 

Bilder und Text von Gisela Neubacher