Ein Erlebnisbericht von Josef Schäpers:

 

Ich war mal wieder auf dem Jakobsweg. Jetzt den Weg aus Paris kommend zwischen
Bordeaux und Dax.

Samstag, 4. Juni 2016, kam ich in den Ort Schoustey und fand kein Quartier. Verzweifelt ging ich nochmal in die Ortskirche, vielleicht eine Möglichkeit auf einer Kirchenbank zu nächtigen, stellte mich aber noch
kurz vor die Figur des Jakobus, um ihn auf mein Problem aufmerksam zu machen. In dem Moment ging die Kirchentür auf und ein Mann trat ein. Er erkannte mich als Pilger an meiner Pilgermuschel und sagte : "Sie sind Pilger?" Ich bejahte und sprach gleich von der Sorge keine Bleibe für die Nacht zu haben. Er erwiderte: " Kein Problem ich habe ein Zimmer für Sie, ich bin der Pastor."

Nun nahm alles seinen Lauf. Er nahm mich mit in seine Messe und stellte mich seinen Gläubigen als Pilger vor . Sofort war ich ein Fotoobjekt, ferner musste ich mich vom Altar aus vorstellen. Anschließen lud mich "Monsieur le Curé„ (so die Anrede der frz. Geistlichen) in sein Pastorat zum Abendessen ein, von ihm selbst zubereitet. Das Nudelgericht war zwar schon einige Tage alt, hat aufgewärmt aber sehr gut geschmeckt.
Nach dem Essen ging Hochwürden ins Büro. In der Zeit habe ich dann aufgeräumt, den Tisch abgewaschen, gespült und ausgekehrt. Das muß wohl gut gewesen sein. Wie er das sah war
seine Äusserung „ typiquement allemand „. Am anderen Morgen wollte ich bezahlen, er nahm Nichts an.
Ich gab eine Spende für die Kirche

Aus meiner anfänglichen Not war so ein bleibendes Erlebnis geworden!

Zu erwähnen, in Frankreich gibt es keine Kirchensteuer. Die Geistlichkeit lebt von Spenden.