
Fünf wanderbegeisterte Frauen machen sich am Samstagmorgen, bei gerade mal 6 Grad
und Nebel, auf den Weg.
Über schöne Wege mit allerlei Wildkräutern am Wegesrand erreichen wir die Rur (ohne h).
Man nennt sie auch Roer, denn bei Roermond mündet sie in die Maas.
Der Fluss begleitet uns nun viele Kilometer, oder begleiten wir den Lauf des Wassers?
Auch hier gibt es wieder viel Essbares zu entdecken, wilden Schnittlauch, Blüten der
Taubnessel oder auch Beinwell. Die hübschen Gräser mit ihren langen Stängeln wiegen
im leichten Wind und der anhaltende Nebel hüllt die Landschaft in einen seichten Schleier.
Wir müssen immer wieder feststellen, dieses Jahr ist der Frühling besonders früh dran.
Bei „Opa mit Enkel“, einer stählernen Figur mit eingebautem Geschichtenerzähler, rasten
wir auf gemütlichen Liegestühlen aus Holz. Inzwischen hat es die Sonne durch die Wolken
geschafft und beglückt uns mit ihren wärmenden Strahlen. Gut die Hälfte des Weges ist
geschafft und Hasenglöckchen gab es auch schon zu entdecken.
Der Aufstieg zum Aussichtsturm auf die Millicher Halde, entstanden durch die nahe
gelegene, modernste, Steinkohlenzeche Sophia-Jacoba, ist kurz anstrengend. Oben
angekommen schlängelt sich ein wunderschöner Waldweg durch Kiefern und Birken.
Belohnt werden wir mit einem tollen Rundblick. Über 400 Stufen geht’s geradewegs
bergab ins Zentrum von Hückelhoven. Im Café „zu mir oder zu dir“ gönnen wir uns. Kaffee
und Kuchen.
Die Kulissen und Geräusche der Stadt lassen wir schnell zurück.
Im Doverner Busch können wir Aufatmen, den Schatten genießen und den schmalen
Wegen folgend das Beisammensein genießen.
Aber wann sind wir denn endlich im „Hasenglöckchenwald“? Ich spüre selber leichte
Ungeduld in mir aufkommen. Wohlwissend, das das NSG Am hintersten Berg nicht mehr
weit weg ist.
Und endlich schimmert es bläulich zwischen den Bäumen! Die zarten Glöckchen, so
zahlreich und wunderschön, stehen dicht bei dicht. Es ist das größte zusammenhängende
Aufkommen in Europa! Und wir stehen mittendrin. Umgeben von duftenden, dunkelblau
blühenden Hasenglöckchen.
Wanderbericht (25.04.2026) von Anja Progl








