Würden sich genügend Teilnehmer anmelden? Spannend war die Frage, ob unser Angebot im Programm der LAGA angenommen würde: Die 12 km – Wanderung durch die grüne Umgebung der Gartenschau im Süden von Neuss.
Nun, es waren sieben externe Teilnehmer, die sich interessierten, und sieben Teilnehmer aus unserem Eifelverein.
Los ging es ab der Haltestelle „Stadtpark Neuss“ durch das Hammfeld. Es soll grüner werden und durchmischt. Links gleich eine große Baustelle, wo bis vor Kurzem ein Büroklotz stand. Gegenüber dem Finanzamt ein erst in den letzten Tagen angelegter Weg in Richtung Rhein, die erste Andeutung der neuen „Grünen Achse“ zum Rheinvorland. Noch ist nicht alles super, der etwas finstere Durchgang zum Rheinpark ist noch nicht so verlockend.
Damit erreichen wir das Rheinvorland, von Weitem grüßt das Kunstwerk „ASA NISI LAGA“, das eintrittsfrei zu besteigen sein soll. Wir biegen aber rechts ab zum Wäldchen, das die seit Jahrzehnten bestehende Altlast einer alten Fabrik versteckt. Betreten verboten. Der Rheinpark war 2002 im Rahmen der „EUROGA plus“ hergestellt worden, anstelle früherer Ackerflächen und Industriebrachen. Jetzt durchziehen Spazierwege die weite Wiesenlandschaft zwischen Nordkanal und Rhein bis hin zum Jachthafen. Wir erreichen den Rheindeich mit der 1a-Aussicht über den Fluss bis weit nach Düsseldorf.
Um den Jachthafen herum, frisch entschlammt, geht es zur Erftmündung. Hier war der römische Hafen des Kastells Novaesium. Eine große, steinerne Brücke hatten die Römer über die Erft gebaut. Eine Tafel am Weg macht sie deutlich.
An der Erftmündung der große Gedenkstein und die Tafel des Eifelvereins. Weiter geht es auf dem Deich flussaufwärts. Die Erft ist immerhin etwa 100 km lang. Für die Entwässerung der Braunkohlen-Tagebaue wurde sie begradigt, damit das Wasser schnell abfließen kann. Damit ist 2030 Schluss, dann wird der Fluss nur noch ein Drittel seiner Wassermenge führen. Die Renaturierung der Erft ist in vollem Gange, wir sehen ein Stück neue Auenlandschaft. Ein Flussstück von 600 Metern läuft jetzt über 1,8 km in seinem neuen Bett.
Am Schloss Reuschenberg, ursprünglich eine Motte, also eine aufgeschüttete Turmhügelburg der Herren von Reuschenberg, überqueren wir die Erft und gelangen zur Corneliuskapelle. Hier wird der frühchristliche Märtyrer Cornelius verehrt, dessen Gebeine um 875 nach Kornelimünster gekommen waren. Die Kapelle hier in Reuschenberg ist seit dem 13. Jahrhundert Ziel von Wallfahrten, besonders in Notzeiten.
Gleich spazieren wir durch das Gelände des Kinderbauernhofs und haben eine Pause, die manche für einen Kaffee oder eine kleine Besichtigung nutzen.
Weiter geht es entlang des Pilgerweges, gesäumt von Kapellchen und bis 300 Jahre alten Grabkreuzen über die Bahnlinie und entlang der Obererft. Sie war einst beim Kinderbauernhof aus der Erft abgeleitet worden und bewässerte Mühlen und den Stadtgraben. Weiter, jetzt schon am Stadtrand, musste eine Wasserkreuzung für den neuen Nordkanal, der unter Napoleon entstand, gebaut werden: Das Epanchoir ist einen eigenen Besuch wert.
Wir wandern durch den Rosengarten, streifen den Stadtgarten mit Türmen und Resten der Stadtmauer und gelangen zum mächtigen Obertor. Hier endet die Wanderung und man besucht die Innenstadt oder geht zur Haltestelle an der Stadthalle. Das gute Wetter hatte sehr geholfen, die Wanderung zu einem schönen Ereignis zu machen.
Wanderbericht (24.04.2026) von Harald Becker